Sonntag, 12. Juli 2009

Alle eure Sorge werft auf ihn

Ich frage mich manchmal wie viel, oder eigentlich wie wenig wir Gott zutrauen.
Scheinbar ist bedingungslose Liebe in unserer menschlichen Natur einfach nicht einprogrammiert. Oder wir sind einfach zu sehr auf 'Leistung' getrimmt.
Ich habe da mal 2 verschiedene Ebenen über die ich nachgedacht habe, zwei verschiedene Ebenen auf die ich immer wieder stoße.

1. Bedingungen erfüllen
Das ist der Klassiker. "Wie kann ich etwas von Gott erbitten, wenn ich selber noch total fehlerhaft bin und seine Gnade deshalb garnicht zu schätzen weiß?"
Im Endeffekt ein großer Widerspruch zu dem, was das Christentum lehrt.
Natürlich bin ich auch nicht dafür, dass man sich ruhig wie die Axt im Walde aufführen sollte. Ich glaube auch, dass das Streben nach 'Besserung' eine Folge des Glaubens an Jesus Christus ist. Aber dennoch nur eine Folge, keine Pflicht. Man MUSS nicht immer besser werden um errettet zu sein. Man ist von dem Moment an errettet an dem man Jesus Christus als seinen Erlöser annimmt. Daran glaube ich. Ich glaube auch nicht, dass man seine Erlösung so schnell wieder verlieren kann. Zumindest nicht solange man sich als Christ bezeichnet und an Jesus Christus glaubt.
Aber dennoch scheint noch eine große Portion Angst in vielen Menschen zu stecken, dass man sein 'Heil' verlieren könnte. Oder dass man es noch garnicht verdient hat.
Dies, oder eine Menge an Abstufungen. Hier sind z.B. Geistesgaben zu nennen.
Oft hört man davon, dass man nicht um Geistesgaben bitten mag, weil man selber ja noch nicht weit genug im Glauben sei. Aber Gott gibt Gaben ja nicht als Lohn für Leistung, sondern aus Gnade. Deshalb werden sie bisweilen ja auch Gnadengaben genannt.
Aber wie kann man aus diesem Denken heraus kommen? Das ist eben die schwierige Frage. Vermutlich nur durch Heilung von Verletzungen seelischer Natur und der aktiven Einsicht, dass die Leistungsgesellschaft nun doch eben nicht immer recht hat.


2. Zuviel wollen
Ich glaube nicht, dass man von Gott 'zuviel' wollen kann. Gott ist Gott und man kann ihn um alles bitten. Ob er es auch für sinnvoll hält es auch zu erfüllen ist eine andere Frage.
Aber gehen wir mal von sinnvollen Gebetsanliegen aus, die mit wirklichen Problemen zu tun haben.
Dennoch habe ich schon gehört, dass jemand sagte: "Ich habe so viele Probleme, die KANN ich Gott ja nicht alle sagen und darum bitten mir zu helfen. Ich möchte auch Gott nicht die Ohren voll heulen."
Aber ist es nicht genau das, was Gott will? Er möchte uns doch helfen. Aber wir müssen uns auch helfen lassen. Insofern bin ich sehr dafür Gott die Ohren vollzuheulen. Damit zeigt sich ja, dass man erkannt hat, dass man nicht alles alleine schaffen kann und dass man sich unter Gottes Gnade stellt. Allerdings: Auch das zu erkennen ist oftmals wohl ein langer Weg.
1. Petrus 5, 7 Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch

1 Kommentar:

Pastor Björne hat gesagt…

Du zitierst hier aus Luther, oder?
Ich finde 1. Petrus 5, 7 in der Neues Leben Übersetzung (NL) ebenfalls sehr schön:
7 Überlasst all eure Sorgen Gott, denn er sorgt sich um alles, was euch betrifft!
Sehr nett auch in der Vulgata (VUL): 7 omnem sollicitudinem vestram proicientes in eum quoniam ipsi cura est de vobis.
Lieben Gruss nach NRW
Björne ;-)
www.volxlieder2.jesusfreak.de