Samstag, 11. Juli 2009

"Hey, Ich lieb dich!" - Gottes Liebe

Dieses Jahr war bisher, rein Glaubensmässig, eine schwere Prüfung für mich. Und zwar nicht im Glauben an Gott sondern im Glauben an mich selber.

Im Glauben an Gott hatte ich eigentlich nie wirklich große Probleme. Ich mag Gott, er mag mich... irgendwie schon super.
Aber an mich selber zu glauben? An meine Talente? Puh. Das ist widerum eine schwierige Sache. Mir haben früher zu viele Leute erzählt ich sei nichts wert, als dass ich jetzt uneingeschränkt an mich selber glauben könnte. Ja. Gott mag mich wie ich bin und so... aber die Komplexe schleichen sich halt durch die Hintertür.

Dann kam dazu, dass ich letztes Jahr mein Theologie Studium abgebrochen habe. Dass ich dazu dann auch keine Ausbildungsstelle gefunden habe, bis jetzt nicht.

Dafür hab ich mich schön in die Gemeindearbeit gestürzt. Wenn ich schon so nichts auf die Reihe kriege, dann schaff ich halt was für de Gemeinde. Naja, ich habs versucht. Auch da bin ich gescheitert. Ich hab versucht zuviel zu machen, und hab alles nur halb geschafft. Frust über die Gemeindesituation kam dazu und der Drang die Gemeinde irgendwie 'besser' zu machen. Quasi für andere Leute mit zu 'brennen'... aber dazu hat einfach mein Lampenöl nicht gereicht... wie bei den törichten Jungfrauen.

Vor einiger Zeit dann habe ich alle verantwortlichen Positionen in der Gemeinde abgegeben. Die Leitung des Gebetsabend. Die Leitung von Open Doors. Der Vorsitz im Verein. Der Hauskreis dessen Leitung ich mal inne hatte war schon vorher aufgelöst worden. Ich mache auch keinen Lobpreis mehr (also Gitarre spielen und singen), wenn ich mich nicht dazu in der Lage fühle und predige nur noch, wenn ich wirklich was von Gott aufs Herz gelegt wurde.

Ich war und bin mir vollkommen darüber im klaren, dass ich überfordert war mit der ganzen Situation. Im privaten und in der Gemeinde. Und im Endeffekt war ich auch froh in der Gemeinde keine Verantwortung mehr tragen zu müssen.
Aber dennoch, nach der Erleichtung kam das Gefühl versagt zu haben. Ich war meinen Aufgaben nicht gewachsen gewesen. Ich hatte für die Gemeinde und für Gott etwas reißen wollen. (ja diese Reihenfolge war Realität und das war wohl auch ein Grund warum ich gescheitert bin)

Als ich Ende Mai zum WilloFreak gefahren bin, fuhr ich mit einem Gefühl einfach nur weg zu wollen. Weg von dem Streit und Stress in der Gemeinde. Weg von dem Gefühl eine Versagerin zu sein und der Verwunderung darüber, dass mich meine Geschwister in der Gemeinde immernoch mögen obwohl ich im Endeffekt auch einigen Schaden angerichtet hatte.
Eigentlich wollte ich vorallem weg von meinem gewohnten Umfeld, hin zu Gott.
Auch wenn es nur ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag sein konnte.

Aber warum ich mich jetzt vorallem aufs WilloFreak beziehe ist folgendes. Naja, es war da, aber es hätte auch in jedem anderen Gottesdienst oder in der Gebetszet sien können oder was auch immer. Jedenfalls hat Gott mir da gesagt, dass er mich liebt. Einfach so. Wow.
Also ich habs bisher nicht so mit Eindrücken und dererlei Gaben. Aber falls das einer war, wars cool.

Einen Abend nach dem Abendmahl jedenfalls stand ich im Lobpreis. Und ich hab mir Gedanken gemacht, dass man vor dem Abendmahl ja meist seine Sünden bekennt, man bekennt dass man ein Sünder ist und Errettung allein in der Gnade Gottes ist.
Und ich dachte darüber nach, dass mein ganzes Versagen demnach aus meiner 'Sündenkartei' gestrichen ist. Gott also nicht mehr daran denkt und mich nicht mehr danach beurteilt was ich falsch gemacht habe. Ein unheimlich krasser und schöner Gedanke.

Allerdings hatte in dem Moment wohl der blöde Typ mit dem Pferdefuß was dagegen, dass ich mich gut fühle, denn ich hatte genau einen Gedanken im Kopf: 'Haha, bin ich verlogen'. Satan spricht ja so gerne in der Ich-Form, damit man nicht merkt, dass es nicht die eigenen Gedanken sind, die man im Kopf hat.
Aber da stand das so im Gegensatz zu dem, was ich davor gedacht hatte, dass ich es irgendwie bemerkt hab, dass dieser Gedanke total absurd war.

Und dann kam das eigentlich krasse. Gott sagte zu mir:
Maja ich liebe dich.
Ich liebe dich trotz deines Versagens.
Ich liebe dich trotz deiner Fehler.
Ja ich liebe dich sogar obwohl du manchmal verlogen bist.


Hui. Naja, sagen, da denkt man immer so an Stimmen und so. Eigentlich hat es sich mehr in meinen Kopf gedownloadet.
Jedenfalls es war da, klar und deutlich. Ein unglaublich gutes Gefühl. Ich mein, klar, man weiß, dass Gott einen liebt. Man weiß, dass Gott einem Sünden vergibt. Aber ich glaube, man versteht es meistens nicht wirklich, weil man zu sehr in menschlichen Massstäben denkt. Ich zumindestens. So nach dem Motto: Irgendwas bleibt immer hängen.
Und dann das so gesagt zu bekommen.. tolle Sache.

Naja. Leider ist danach nicht alles total leicht gewesen. Ich bin nun mal in keiner einfachen Gemeinde. An dem Tag an dem es bei den JF Ennepetal keinen Stress gibt wird uns wahrscheinlich was fehlen. Aber irgendwie habe ich jetzt zumindestens eine Perspektive.

Ich weiß, dass ich einige Dinge langsam angehen lassen muss. Ich versuche innerhalb der Gemeinde nicht mehr so auf den Putz zu hauen und allen den Lösungsvorschlag den ich hab aufdrängen zu wollen. Ich versuche mir selber nicht so einen großen Druck zu machen.
Aber der Punkt ist: Gott liebt mich. Mich, Maja, die Versagerin. Ich bin in seinen Augen liebenswert. Dieses Wissen macht schon viel. Ich bin in Gottes Augen liebenswert, auch wenn ichs in meinen eigenen oftmals nicht bin. Aber in Gottes Augen bin ich es.
Das ist so schön.

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